Das Hoamathaus

Geschichte des Hauses

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Vermutlich von einer frommen Bruderschaft gegründet, wird das „Bruderhaus“ zu Altenmarkt 1408 erstmals urkundlich erwähnt. Hier wurden Alte und Kranke aufgenommen. Sie übergaben Ihr Vermögen dem Haus und erhielten dafür lebenslanges Aufenthaltsrecht. Seit 1938 ist es im Gemeindebesitz und blieb bis 1970 das Altenheim. Im gleichen Jahr wurde dann das Bruderhaus zum Museum. Museumsgründer und erster Kustos war Kaspar Fritzenwallner. Nach dem Umbau 1998 unter Kustos Sepp Steger erfolgte die Umbenennung zum Hoamathaus.

 

 

Das Hoamathaus und die Frau

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Das Altenmarkter Hoamathaus ist nicht nur ein Heimatmuseum, es möchte vor allem die geschichtliche Rolle der Frau in unserer Heimat bis in die 1960er Jahre hinein besonders beleuchten. Wie arbeiteten und lebten sie damals? Die Betreuung der Kranken und Armen in diesem Haus erfolgte über Jahrhunderte nur durch Frauen!

 

 

Anichhofstube

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In einer Austragsstube  befand sich alles, was man zum einfachen Leben brauchte. Sobald der Hof von den jungen Bauersleuten, meistens dem ältesten Sohn mit seiner Frau, übernommen wurde, bekamen der Altbauer und die Bäuerin eine Austragsstube. Sie lebten und arbeiteten weiterhin auf dem Hof mit. Oft kümmerte sich die Altbäuerin alleine um die rasch anwachsende Kinderschar. Spannungen zwischen den Generationen blieben dabei nicht aus.

 

 

Rauchkuchl

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Die Bäuerin war dafür verantwortlich, dass alle im Haus rechtzeitig und genügend zu essen hatten. Gekocht wurde in der Rauchkuchl an einer offenen Feuerstelle mit einem Rauchfang. Auf einem mittelgroßen Bauernhof mussten bis zu 25 Personen versorgt werden. Da es bis in die 1960er Jahre keine Kühl- und Gefrierschränke gab, wurden Lebensmittel mit Hilfe von Salz, Öl und Essig sowie durch Räuchern und Selchen konserviert.

 

 

Schützen

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Heute begleiten Marketenderinnen fesch herausgeputzt mit Hut, Tracht und Schnapsfass die Schützen auf diversen weltlichen und kirchlichen Festen. Historisch betrachtet folgten Sie dem frühneuzeitlichen Militär als Händlerinnen, verpflegten die Truppen und versorgten Sie medizinisch.

 

 

 

Perchten

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Alle 4 Jahre verlassen die Altenmarkter Masken um den Dreikönigstag das Museum und werden als Teil des Pongauer Perchtenlaufs mit insgesamt 280 unterschiedlichen Figuren lebendig. Die „Schiachen“ und die „Schönen“ ziehen dabei lärmend mit dumpfem Glocken- und hellem Schellenklang durch den Ort. Auch heute noch ist laut alter Tradition den Frauen die aktive Teilnahme am Perchtenlauf untersagt.
Der alte Perchtenspruch lautet: „An Fried, an Reim und an Gsund“

 

Weißes Gold

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Altenmarkt/Zauchensee hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert. War es bis in die 1960er Jahren noch ein einfacher Handwerker- und Bauernort, ist es heute eine beliebte und bekannte Winterdestination. Der Schnee – unser „Weißes Gold“ – brachte der Region großen touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung. Weltbekannte Spitzensportler sind bei uns zu Hause. Bedeutsame Firmen haben bei uns ihre Produktionsstätten. Auch im Sommer kommen viele Gäste und genießen den Ort und die umliegende prächtige Bergwelt. Vor allem für die Frauen ergaben sich durch die Strukturveränderungen neue Berufsfelder im Gast- und Dienstleistungsgewerbe.

 

Grundner Grippe

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Nach der Protestantenvertreibung um 1731/32 waren viele Häuser und Höfe verlassen. Ein Tiroler Weber kaufte das Grundner Haus und stellte im Winter anstelle des Webstuhles seine selbstgebaute „Grundner Krippe“ auf. Insgesamt 120 Figuren, davon 80 beweglich, zeigen die biblische Weihnachtsgeschichte und Szenen aus dem handwerklichen und bäuerlichen Leben.

 

 

Schulklasse

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Schule bedeutete für viele Kinder eine Abwechslung vom harten Arbeitsalltag auf dem Bauernhof. Die Schulwege waren lang, aber auch lustig. Besonders im Winter schliefen manche Kinder vor Erschöpfung unter der Schulstunde einfach ein. Manche von ihnen hatten nämlich vor der Schule sogar schon die Stallarbeit hinter sich.

 

 

Altenmarkter Madonna

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Die Aufgabe der Frau in der Kirche bestand hauptsächlich darin,  den Mesner zu unterstützen und sich um den Haushalt des Pfarrers zu kümmern. Sonn- und Feiertage waren eine willkommene Abwechslung im harten Arbeitsalltag. Der Besuch des Gottesdienstes war selbstverständlich, auch wenn der Fußmarsch oft mehrere Stunden dauerte. Die Kirche in Altenmarkt ist der Gottesmutter Maria geweiht. Besonders sehenswert ist die schöne Madonna, die seit 1393 in Altenmarkt ist und sich seit September 2014 wieder in der Pfarrkirche befindet.
Sie ist ein einzigartiges Kunstwerk in Europa!

 

Hebamme & Bader

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Geburten waren immer eine Gefahr für Mutter und Kind. Eine Hebamme zu sein bedeutete, sich bei  Wind und Wetter auf den Weg zu einem entfernten Bergbauernhof zu machen und Geburten ohne fließendes Wasser und Elektrizität durchzuführen. Ein immerwährendes Wagnis, das mit dem Glücksgefühl, ein gesundes Kind auf die Welt gebracht zu haben, belohnt wurde.

Ein Bader, seines Zeichens Wundarzt und Geburtshelfer, versuchte, seinen Patientinnen und Patienten mit überliefertem und selbst angeeignetem Wissen medizinische Hilfe zu leisten.

Dirndl & Buam

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Trachten und Uniformen spielten zu jeder Zeit eine besondere Rolle bei verschiedenen Anlässen, aber auch im täglichen Leben. So wie der Außtarock zur Hochzeit, so war auch das Dirndl im Alltag nicht wegzudenken. Dirndl und Uniform waren Ausdruck der Zugehörigkeit, aber auch Statussymbol.